Pflanze des Monats

Die Königskerze

 

 

Wahrhaft königlich ist die Erscheinung dieser Pflanze, die mit langem aufrechtem Wuchs ihre leuchtend gelben Blütenstände in den Himmel streckt.

 

An Wegrändern und sonnigen Böschungen erträgt sie sommerliche Hitze und Trockenheit mit „majestätischer Gelassenheit“. Die weißfilzigen, wolligen Blätter dienen als Sonnen- und Verdunstungsschutz und begründen einen ihrer vielen volkstümlichen Namen: „Wollblume“.

 

Der trockene Blütenstand der „Unholdskerze“ oder „Himmelsbrand“ wurde, eingetaucht in flüssiges Wachs, zur leuchtenden Fackel, die den Träger in dunklen Nächten zudem vor manchem Unheil schützen konnte - ihre magischen Kräfte nutze man ebenfalls als Amulett, um böse Geister und Dämonen zu verjagen.

 

Als „Frauen-/Marienkerze“ erhielt sie einen zentralen Platz im sog. Würzbüschel, einem Strauß von Heilkräutern, die am 15. August zu Maria Himmelfahrt geweiht, traditionell Schutz bringen sollte.


So konnte die „Donner- und Blitzkerze“ nicht nur Haus und Hof von Unwettern verschonen, sondern auch den Bewohnern bei Husten, Ohrenschmerzen und Wunden Heilung bringen.

 

Der Namen „Wetterkerze“ erinnert außerdem daran, dass Bauern in früheren Zeiten von der Anordnung ihrer Blüten auf den Verlauf des kommenden Winters schlossen - ein Wetterorakel, dass in Zeiten des Klimawandels leider seine Aussagekraft verloren hat.

 

Für die abgefallenen Blüten sind übrigens Elfen verantwortlich, die im nächtlichen Mondenschein um die Kerze herumschwirren und in ihrem Übermut mit den Flügeln an die Blüten stoßen.


Legen Sie sich in den kommenden Nächten doch einfach mal auf die Lauer…!